Liebe Freunde der Südbahn,

die derzeitige Poliktik der Landesregierung bzw. des Verkehrsministeriums in Mecklenburg Vorpommern verwendet großeTeile der Entgelte der Bundesregierung für die Bestellung
von Nahverkehrsleistungen zweckentfremdet. So gelangen die sogenannten Regionalisierungsgelder in millionenfacher Höhe nicht mehr auf die Schiene, sondern auf die Strasse.
Dort haben diese aber nichts verloren. – Im Gegenteil, das Land verabschiedet sich von seinen hoheitlichen Aufgaben der Bestellung und Organisierung des SPNV und schiebt diese Dinge komplett auf Kreise und Kommunen, diese sind jedoch mit diesen Aufgaben überfordert. – Die Regionalsierungsgelder dienen also den Sparanstrengungen des Landes um einen ausgeglichenen Haushalt. Das ist aber in diesem Fall nicht sonderlich zweckdienlich und führt mit Sicherheit über kurz oder lang zu deren Entfall auf Bundesebene, andere Bundesländer freuen sich mit Sicherheit.

Die Bedeutung des Nahverkehrs in unserer Region hat seit der Schließung der Südbahn zwischen Malchow und Parchim enorm an Potential verloren. – Busse stellen in keinster Weise einen Ersatz für die Bahn dar. Fuhren früher auf der Schiene noch bis zu 525 Reisende an einem Tag mit der Bahn, so sind es heute noch maximal mittlere zweistellige Reisendenzahlen, was für ein Umstand. – Hier wird also ein großes Potential verschenkt, zumal die Zahl von 525 Reisenen / Tag zwischen Lübz und Parchim noch deutliche Reserven aufweist .

Entgegen aller Bekundungen verliert der ÖPNV durch seine Unzulänglichkeiten stetig Fahrgäste in der Region und macht sich dadurch selbst obsolet. Die Zukunft des Busses in Kreishand ist also mitnichten sicher und wird wohl bald auf den Prüfstand gestellt. – Wann, nun in dem Moment, da die derzeitige Situation aus dem Fokus der Öffentlichkeit gerät. – Dabei geht die Sparwut des Landes gerade weiter :  die Reststrecke der Südbahn von Malchow  in Richtung Waren, die Mecklenburgische Kleinseenbahn Neustrelitz – Mirow und Streckenteile der Darßbahn ( Velgast-Barth ) sind für unseren Verkehrsminister scheinbar verzichtbar, weniger Geld für die Schiene = mehr eingesparte Finanzen für den Landessparstrumpf.

Die Südbahn und auch die Bahnstrecke Pritzwalk-Güstrow tragen einen überregionalen Charakter und sind durch Buslösungen auch auf Grund der Streckenlängen und hohen Fahrzeiten der Busse nicht ersetzbar. – Warum wohl hält das Land Brandenburg die Strecke Pritzwalk – Meyenburg bis heute in Betrieb.
Die verkehrlichen Fehlentwicklungen tragen in keinster Weise dem Potential der beiden Strecken Rechnung. – Durch die Schließung der Südbahn klafft nun einmalig in der Bundesrepublik das größte Loch im Schienennetz überhaupt.

Das „Karower Kreuz“ ist derzeit noch betriebstechnisch voll intakt und wartet darauf, aus seinem Schlaf geweckt zu werden. Wir dürfen nur nicht zu lange damit warten. Die Bahnen unserer Region sind der Garant für einen zukuntsweisenden ÖPNV mit der Bahn als Bindegleid zwischen Wohnung, Beruf und Freizeit, unterstützt durch bedarfsgerechte Rufbusse an allen Haltestellen. – Eine Autofahrt wird damit kaum schneller sein.

Unterstützen Sie uns in unserer Arbeit, die Region wieder nach vorn zu bringen. Wir werden unser „Dornröschen“ wachküssen und gemeinsam die Vorteile und den Komfort eines schienengebundenen Nahverkehrs sehr zu schätzen wissen. Der einmalig stumpfen Idee, den Bus als das Zentrum einer überregionalen Nahverkehrsverbindung zu verkaufen, werden wir gemeinsam eine klare Absage erteilen.

Erstmalig in diesem Jahr und an bestimmten Wochenenden, gibt es wieder einen und der Region würdigen, aufeinander abgestimmten und zuverlässigen Schienenverkehr auf den Strecken des Karower Streckensterns.

Zwischen Güstrow und Plau am See sowie Ludwigslust und Waren werden moderne Schienenbusse die bislang nicht mehr genutzten Bahnhöfe zu neuem Leben erwecken. Freuen wir uns gemeinsam auf diesen Moment.

Gegenseitige Umstiegsmöglichkeiten in Karow und an den anderen Knoten des Netzes sind selbstredend berücksichtigt.

Wir übernehmen hiermit eine wichtige Aufgabe der Daseinsfürsorge in unserer Region.

Gerade in der Anfangsphase unseres Reaktivierungsprojektes sind wir natürlich auf jede helfende Hand angewiesen. – Gilt es doch zunächst darum, eine finanzielle Lücke zu ersetzen.

Ich selbst bin im Moment 51 Jahre und werde 51 Euro für diese gute Sache spenden. – Es ist in der Tat sehr gut angelegtes Geld, um die Lücke zwischen Stadt und Land nicht noch größer werden zu lassen.

Erhalt der Südbahn = Erhalt der Zukunftsfähigkeit unserer Region !

Herzlichst Ihr Ulf Sommer