„Es ist an Kuriosität nicht zu überbieten: Es gibt Orte, die kämpfen darum, an das Bahnnetz angeschlossen zu werden. Gut, dazu müssten zunächst einmal die Bahnschienen gelegt werden. In unserer Region ist das anders. Wir könnten uns dermaßen glücklich schätzen, dass wir auf ein breites Schienennetz zurückgreifen können. Doch was nützt es, wenn das Land uns die Bahn von der Schiene nimmt.

Unser Bundesland blickt stolz auf steigende Gästezahlen, wir sind unstrittig ein Tourismusland, das auf der Skala ganz oben angesiedelt ist. Und das hat einen handfesten Grund. Die Leute lieben und genießen es, bequem und unkompliziert zu reisen. Die Bahn ist zweifelsfrei eines der beliebtesten Verkehrsmittel. Es ist kein Geheimnis, das die gute Infrastruktur ein Garant für diese hervorragende Tourismusentwicklung ist. Versetzen wir uns einmal in die Lage eines Touristen, der erneut in unsere Region möchte. Fahre ich auch ein zweites Mal in diese Region, wenn ich neben Bahn nun noch einen Bus oder gar ein Taxi brauche? Die Antwort ist einfach und traurig zugleich: Ich würde mir ein neues Urlaubsziel mit einer entspannten Anreise aussuchen. Das ist dramatisch.

Wir können stolz auf unsere wunderschöne Landschaft und unsere engagierten Touristiker sein, die mit Herzblut daran arbeiten, unsere Heimat weiterzuentwickeln. Städte, Vereine und Verbände organisieren die schönsten Feste. Doch es ist ein falscher Schritt, ihnen die Grundlage zu entziehen.
Es wird höchste Eisenbahn, die Weichen in Richtung Vernunft zu stellen.“

Karin Strenz
Mitglied des Deutschen Bundestages